Implantologie

Alles über das Implantat

Geschichte der Implantologie

Der Wunsch des Menschen, durch künstliche Implantate die verlorenen Zähne zu ersetzen, entstand schon vor mehr als 2000 Jahren. Besondere Bedeutung für die Entwicklung der heutigen Implantologie haben die prähistorischen Funde von Einzelexperimenten kultischen Brauchtums allerdings nicht erreicht.

Vorwiegend Knochen, Metalle, Holz oder auch Elfenbein zählten zu den unterschiedlichen Materialien, die in vor- und nachchristlicher Zeit verwandt wurden.

Französische Anthropologen fanden ein integriertes Bronzeimplantat im Bereich eines oberen Prämolaren bei der radiologischen Untersuchung eines Schädels aus der Römerzeit. Bei dem bemerkenswerten Fund handelt es sich um eine Grabanlage aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christi im heutigen Frankreich.

Wohlhabende Patienten hatten in Frankreich bereits um 1888 die Möglichkeit, von Zahntransplantationen Gebrauch zu machen, bei denen zuvor jungen Menschen gegen Bezahlung Zähne extrahiert wurden. Die erstmalige Empfehlung zur Verpflanzung von Zähnen datiert um das Jahr 1100 nach Christi.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Empfehlungen diverser Wissenschaftler zur Verwendung fremdmetallischer oder elfenbeinartiger Materialien bei der Implantation ausgesprochen. Im Jahr 1939 entwickelten die Gebrüder Storck die ersten Implantate mit Gewindeform aus Vitallium. Die ersten nadelförmigen Implantate, auch sogenannte Nadelstraßen, aus dem seinerzeit neuartigen Tantal entstanden in den frühen 60er Jahren. Schraubenförmige Implantate aus verschiedenen Metallarten wurden nur wenige Jahre später entwickelt.

Dass sich die Implantatoberfläche durch die funktionelle Belastung im Knochen fest anlagert, bewiesen erste wissenschaftliche Studien Mitte der 60er Jahre. Die heutigen Standardbegriffe in der zahnärztlichen Implantologie “gewebeintegrierter Zahnersatz” oder auch “Osseointegration” gehen auf diese Studien zurück.

Was sind Zahnimplantate?

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingesetztdr_gericke_berlin_implatate_fachbucha3GjHP2PAjyWYSyD

werden, um verloren gegangene Zähne zu ersetzen.
Da Implantate direkt mit dem Knochen verwachsen, können sie die fast gleiche Funktion wie die eigenen Zahnwurzeln übernehmen.

Implantatwerkstoffe

Anforderungen

Implantationsmaterial muss antigenfrei sein und darf das biologische System des Empfängers nicht chronisch belasten oder gar Krebszellen auslösen. Außerdem darf es weder atoxisch noch radioaktiv sein und muss über die erforderlichen physikalisch-mechanischen Qualitäten verfügen. Ferner sollte das Implantationsmaterial sowohl biologisch und mechanisch geeignet als auch unschädlich sein.

Grundsätzlich wird bei den Implantatwerkstoffen zwischen biologischen und nichtbiologischen Substanzen unterschieden.

verwendung biologisch verträglicher Werkstoffe

Biologische Substanzen

Diese gliedern sich in autologe, homologe und heterologe Materialien auf. Von autologen Materialien spricht man, wenn Spender und Empfänger identisch sind. Dabei wird Gewebe aus dem eigenen Körper eingepflanzt oder verpflanzt, wie zum Beispiel implantierte Eigenzähne, Knochen oder Bindegewebe.

Sind Spender und Empfänger nicht identisch, handelt es sich um homologe Materialien, d.h. Gewebe, wie zum Beispiel Knochen oder Knorpel, wird aus dem Körper eines anderen Menschen verpflanzt. Bei dieser Methode lässt sich die Übertragungsgefahr einer infektiösen Erkrankung, wie zum Beispiel Hepatitis oder HIV, nicht gänzlich ausschließen. Außerdem ist bei der Verwendung homologer Materialien das Risiko einer Abstoßungsreaktion wesentlich größer.

Ein höheres Abstoßungsrisiko sowie die Gefahr der Übertragung von infektiösen Erkrankungen besteht ebenso bei der Verwendung von Gewebe, das nicht vom Menschen, sondern vom Tier stammt, wenngleich bei heutigen Herstellungsverfahren der heterologen Materialien eine Infektion durch Viren oder Bakterien fast vollkommen ausgeschlossen werden kann.

Nicht-biologische Substanzen

Nichtbiologische Werkstoffe unterteilen sich in mineralische Werkstoffe, wie Metalle und Legierungen, Keramik oder Glas, sowie Kunststoffe oder Naturstoffe. Zusammengefasst werden diese Werkstoffe unter dem Begriff alloplastische Materialien. Ausgezeichnet werden die nichtbiologischen Stoffe durch eine sehr gute Gewebeverträglichkeit bzw. Biokompatibilität. Ihr Vorteil liegt in der leichten Verarbeitung bei relativ niedrigen Kosten und der Sterilisierbarkeit.

Bezüglich des jeweiligen Verwendungszwecks sind sie individuell zu bewerten. Auch Gläser und Glaskeramiken wurden, neben Metallen und Metalllegierungen als Implantatwerkstoffe in der Vergangenheit verwendet. Jedoch konnten sich diese aufgrund ihrer niedrigen Bruchzähigkeit und allgemein schlechter mechanischer Eigenschaften nicht durchsetzen.

Über eine sehr gute mechanische Festigkeit und hohe Biokompatibilität verfügen lediglich Keramiken aus Zirconiumdioxid. Da beim Durchtreten des Implantatpfostens keine metallischen Verfärbungen durch das Zahnfleisch sichtbar sind und durch ihre zahnähnliche Farbe bieten sie eine ästhetische Optik im Bereich des Zahnfleischrandes. In der zahnärztlichen Implantologie haben sich die Keramiken aus Zirconiumdioxis zwar als Aufbaupfosten für Implantate bewährt, konnten sich jedoch gegen das Titan als weltweit bedeutendsten Implantatwerkstoff nicht durchsetzen.

Aus Titan der Reinheitsgrade 2-4 werden allein in Deutschland ca. 200.000 Zahnimplantate hergestellt. Die Implantatkörper sind immer rotationssymmetrisch, egal ob sie schrauben- oder zylinderförmig sind.

Titanimplantat

Aufgrund seiner guten Verarbeitung und Korrosionsbeständigkeit hat sich Titan in der Zahnheilkunde als einzig weitverbreitetes Implantatmaterial durchgesetzt und ist inzwischen seit über 30 Jahren gebräuchlich.

Zur prothetischen Versorgung durch Implantataufbauten werden oft Titanlegierungen mit höheren Festigkeitswerten verwendet, wobei im Knochenbereich überwiegend unlegiertes Reintitan eingesetzt wird.

 

Biologische Verträglichkeit

Bei der Verwendung von Titan liegt der große Vorteil bei seiner Korrosionsfestigkeit, d.h. dass es sich im Gewebe oder der Mundhöhle nicht auflösen kann und auch in entzündlicher Umgebung nicht angegriffen wird. Daher gilt Titan im Gegensatz zu den meisten Fremd-materialien als dauerhaft stabil.

Bei Kontakt mit Wasser, Luft oder Gewebe entwickelt Titan sofort eine Oxidschicht an seiner Oberfläche, die sich auch bei Beschädigungen oder Kratzern am Implantat erneuert, in dem umgehend wieder ein Schutzschichtfilm entsteht. Abwehrreaktionen durch den Organismus werden dadurch ausgeschlossen, da das Metall bei der Eingliederung in das lebende Gewebe nicht in Kontakt mit dem umgebenden Gewebe kommt.

Eine Kontaktheilung mit umgebendem Knochen, Schleimhaut und Bindegewebe findet statt, wenn das an das Implantat angrenzende Gewebe stabil und regenerationsfähig ist. Nach beendeter Einheilzeit ist der Kraftschluss auf der Implantatoberfläche, der eine Belastung des Implantats im Kieferknochen durch Kaukräfte ermöglicht, durch die direkte Anbindung des Implantates an das Knochengewebe gewährleistet.

Garantiert ist eine verbesserte Kraftübertragung durch die besondere Beschaffenheit und Größe der Oberfläche des Implantats. Durch die Gewindeform des Implantatkörpers, der fest eingeschraubt ist, erhöht sich zusätzlich die Stabilität im Knochen, und auch die Implantat-oberfläche vergrößert sich erheblich. Gegenüber den zylinderförmigen Implantaten haben sich deshalb die schraubenförmigen Implantate durchgesetzt.

Eine Verbesserung der mechanischen Festigkeit des Implantats wird durch eine besondere Bearbeitung erreicht. Eine extrem aufgeraute Implantatoberfläche durch Strahlung mit Sandkorn oder das Besprühen mit winzigen Titanpartikeln im Lichtbogenverfahren gewährleisten zudem eine erhebliche Oberflächenvergrößerung und dichtere Verzahnung mit dem Knochen.

Die Implantatoberfläche kann durch Säure- oder Laserbehandlung, diverse Ätzprozesse oder durch Oberflächenkonditionierung mit Auflagerungen anderer Werkstoffe aufgeraut und vergrößert werden. Um die Knochenheilung zu beschleunigen, wird auf diese Implantatoberflächenbehandlung gesetzt. Auch wenn diese besonders anfällig für entzündliche Reaktionen ist, wird aus diesem Grund inzwischen oft auf eine durch Titanpartikel aufgeraute Oberflächenbeschichtung zurückgegriffen.

Implantattypen

Nach jahrzehntelanger Forschung haben sich heute die sogenannten rotationssymmetrischen Implantate durchgesetzt. Auch in der Praxis von Dr. Gericke in Berlin werden diese Implantate verwendet. Hier wird aufgrund ihres Aufbaus unterschieden – und zwar in Zylinder oder Stufenzylinder und Schrauben oder Hohlschrauben.

Den Vorteil, dass die Einheilzeit erheblich verkürzt ist, hat man bei Schraubenimplantaten, da sie sich durch ihr Gewinde schnell im Knochen festsetzen. Dadurch muss nur wenig Knochenmaterial nachwachsen. Ein weiterer Vorteil besteht in dem vergleichsweise einfachen chirurgischen Verfahren, das aufgrund der weitaus selteneren Komplikationen bei der Ein- und Wundheilung auch für den Patienten viel weniger belastend ist.

Weiterhin wird zwischen ein- und mehrteiligen Implantaten unterschieden. Allerdings haben sich die mehrteiligen Zahnimplantate gegenüber den einteiligen in der praktischen Ausführung durchgesetzt. Bei einteiligen Implantaten lässt sich die Belastung während der Einheilung schwerer verhindern, da der Implantatkopf nach dem Verpflanzen aus der Schleimhaut herausragt.

Mehrteilige Zahnimplantate bestehen, wie der Name schon sagt, aus mehreren Teilen, nämlich dem im Knochen verankerten Körper, dem im Bereich der Mundschleimhaut befindlichen Halsteil und dem die Suprakonstruktion aufnehmenden Kopfteil. Diese Dreiteilung verhindert, dass das Implantat während der Einheilphase belastet wird.

Neben ihrer Gestaltungsform unterscheiden sich die in der Praxis von Dr. Gericke in Berlin verwendeten Zahnimplantate auch durch besondere Merkmale. Dazu zählen unter anderem Längsnuten, Perforationen und Auskerbungen, die eine Rotation vermeiden. Mit verschiedenen Ausführungen können sogar oberflächenvergrößernde Effekte auf ein Doppeltes oder Dreifaches der Gesamtkontaktfläche erzielt werden.

Die spätere Primärstabilität und Lastverteilung ist somit von der Ausführung und der Struktur des Zahnimplantates abhängig.

Vorteile von Implantaten

Das Team der Praxis Dr. Gericke in Berlin empfiehlt die Verwendung von Implantaten, da sie für den Patienten folgende Vorteile bietet:

  • Ein Abschleifen der vorhandenen natürlichen Zähne für Kronen und Brücken sowie eine Neuanfertigung bereits vorhandener Kronen und Brücken auf den Nachbarzähnen können vermieden werden.
  • Durch das Verbessern des Halts und der Abstützung wird ein problemloses Abbeißen, Kauen und Sprechen garantiert, sodass bei der Verwendung von Implantaten der herausnehmbare Zahnersatz sehr verkleinert werden kann.
  • Herausnehmbarer Zahnersatz kann entfallen, indem er durch die notwendige Anzahl von Implantaten zu einem festsitzenden Zahnersatz gemacht wird.
  • Die natürliche ästhetische Optik sowie eine Vorbeugung gegen Knochenschwund sind gewährleistet.
  •  Ausreichend dimensionierte Implantate stabilisieren durch Parodontitis vorgeschädigte Restzähne.
  •  Zusätzliche Implantate können bei teilbezahnten Kiefern verhindern, dass durch lange Prothesensättel bedingte, starke Hebelkräfte die vorhandenen Restzähne lockern.

Sollte nur ein fehlender Zahn durch ein Implantat ersetzt werden müssen, spricht man im Team der Praxis Dr. Gericke in Berlin von einem Einzelzahnverlust. Das Abschleifen von Nachbarzähnen ist dabei nicht erforderlich. Man unterscheidet zwischen der Versorgung von Freiendsituationen und Schaltlücken im teilbezahnten Kiefer.

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Das Fehlen mehrerer Zähne nebeneinander bezeichnet man als Schaltlücken, solange endständig noch mindestens ein Zahn vorhanden ist. Durch eine festsitzende Brückenkonstruktion kann man große Schaltlücken von mehr als zwei Zähnen oft nicht füllen. In der Praxis von Dr. Gericke in Berlin können in diesem Fall Implantate als Brückenpfeiler eingesetzt werden, auf denen dann die Brücke befestigt wird. Werden dafür nur Implantate verwendet und keine natürlichen Zähne, handelt es sich um eine implantatgetragene Brücke. Wenn sowohl Implantate als auch natürliche Zähne betroffen sind, spricht man von einer Hybrid- oder Verbundbrücke. Da jedoch Implantate im Gegensatz zu natürlichen Zähnen keine Bewegung zulassen, ist dieses Verfahren nur in geringem Maße empfehlenswert. Der Vorteil von implantatgetragenen Brücken ist, dass angrenzende Zähne nicht abgeschliffen werden müssen und auch später keiner Überlastung ausgesetzt werden. Eine verbesserte Optik und ein vollständig erhaltener Knochen werden bei diesem Verfahren gewährleistet.

Wenn die fehlenden Zähne die letzten in der Zahnreihe und somit dahinter keine Zähne mehr vorhanden sind, spricht man in der Praxis von Dr. Gericke in Berlin von einer Freiendsituation. Wenn diese fehlenden Zähne festsitzend ersetzt werden sollen, ist eine Versorgung mit Implantaten angeraten. Ebenso wie bei einer Schaltlücke müssen die Zähne nicht beschliffen werden, und eine implantatgetragene Brücke ist einer Hybridbrücke vorzuziehen. Aufgrund der Beweglichkeit der natürlichen Zähne im Gegensatz zur festen Verankerung eines Implantats ist hier bei der Versorgung durch eine Verbundbrücke ein Teilungsgeschiebe, das trotz starrer Verblockung noch Mikrobewegungen zulässt, notwendig.

Nur durch den Einsatz von Implantaten kann ein kräftiges Kauen, Abbeißen und auch deutliches Sprechen gewährleistet werden. Deshalb empfiehlt sich diese Art der Versorgung bei der Behandlung mit Zahnersatz bei zahnlosen Kiefern. Eine herausnehmbare Vollprothese bietet diesen Tragekomfort nicht, sie hinterlässt oft schmerzhafte Druckstellen und muss regelmäßig immer wieder angepasst werden.

Unterkieferprothesen werden häufiger durch Implantate ersetzt, da sie öfter Probleme bereiten als Oberkieferprothesen. Im Oberkiefer sind aufgrund der weicheren Knochen-struktur mindestens vier bis sechs Implantate erforderlich, während im Unterkiefer zwei bis vier Implantate ausreichen. Bei sechs bis acht Implantaten kann eine Prothese allein auf diesen abgestützt werden, wodurch kein Knochenabbau aufgrund mangelnder Belastung der Kieferkämme stattfinden kann.

Implantate, die über eine Stegverbindung miteinander verbunden sind, erreichen eine verbesserte Stabilität. In vielen Fällen ist eine sofortige Belastung möglich.

Darüberhinaus, hat das Implantat eine Lebensdauer von zehn und mehr Jahren.
Eine gute Mundhygiene ist die Voraussetzung für einen langjährigen Erfolg.

Prothetischer Ablauf

Im Allgemeinen werden Zahnimplantate über ein Schraubgewinde in den Kieferknochen eingesteckt oder geschraubt und übernehmen die Funktion als künstliche Zahnwurzeln. Mit Hilfe sogenannter Abdruckpfosten können nach dem Abdrehen der auf dem Zahnimplantat befindlichen Verschlussschraube die Implantatpositionen von einem Mitarbeiter der Praxis Dr. Gericke in Berlin abgeformt werden.

Anschließend wird von einem Zahntechniker ein Kunststoff- oder Gipsmodell hergestellt, in dem sich ein exakt positioniertes Laborimplantat befindet. Mit Hilfe dieses Modells, einer Kieferrelationsbestimmung und einer Gegenkiefer-abformung kann der Zahntechniker den Zahnersatz in mehreren Schritten herstellen. Während der Herstellungsphase müssen jedoch immer wieder Zwischenproben im Mund des Patienten in der Berliner Praxis vorgenommen werden. Die freigelegten Implantate werden für diese Anprobetermine mit Einheilpfosten versehen, die einen Zugang zu den Implantatpfosten ermöglichen, während um das Implantat herum das Zahnfleisch weiter ausheilen kann.

Eine genaue Anfertigung des Zahnersatzes ist unerlässlich, da Implantate im Gegensatz zu natürlichen Zähnen keine Minimalbeweglichkeit im Knochen zulassen und bereits kleinste Abweichungen zu einer Spannung im Zahnersatz und dadurch zu einer verringerten Haltbarkeit führen.

Bei herausnehmbarem, implantatgetragenem Zahnersatz kann man die größte Präzision garantieren, wenn die erforderlichen Halteelemente, die in die Prothese eingearbeitet werden, direkt im Mund des Patienten mit Kunststoff- oder Spezialkleber an der Prothese befestigt werden. Zwingend erforderlich ist, dass die Prothese einen druckstellenfreien und genauen Sitz aufzeigt, was möglicherweise eine vorherige Unterfütterung durch das Team der Praxis Dr. Gericke in Berlin erforderlich macht.

In welchen Schritten läuft die Implantation ab?

Informationen vor einer Implantation

Vor einer implantologischen Maßnahme in unserer Berliner Praxis sollte der Patient ein ausführliches Gespräch mit Dr. Gericke führen. Dieses sollte nicht nur alle notwendigen Informationen enthalten, sondern auch dem Patienten die Möglichkeit geben, seine eigenen Beweggründe darzulegen. Oft stimmen diese Beweggründe nicht mit den Kriterien überein, aufgrund derer sein Zahnarzt eine Implantation empfiehlt. Alle Einzelheiten im Zusammenhang mit der geplanten Behandlung sollten so ausgiebig wie möglich erörtert werden. Der Patient muss das Gefühl haben, eine freie Entscheidung treffen zu können, ohne überredet worden zu sein.

Eine erfolgreiche Behandlung zur Verbesserung der Lebensqualität wird nur gewährleistet, wenn der Patient sicher sein kann, dass seine Wünsche, Ängste, individuellen Vorstellungen, aber auch seine Motivation stets berücksichtigt werden. Hilfreich ist es in jedem Fall, schon im Vorfeld die Ursache des Zahnverlustes und die damit zusammenhängende Historie zu klären. Dies gibt Aufschluss über die Einstellung des Patienten zur Wertigkeit des Zahnverlustes und zu seinen Zähnen im Allgemeinen. Nur wenn alle Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Behandlung gegeben sind, sollte implantiert werden.

Eine umfassende Aufklärung über das dem Zahnarzt vorliegende Krankheitsbild, den Ablauf der Behandlung, alternative Therapieformen sowie eventuelle Komplikationen oder Risiken sollte stattfinden. Nicht zuletzt über die zu erwartenden Kosten muss der Zahnarzt umfangreich informieren, wobei diese Information umso wichtiger ist, je umfangreicher die geplante Maßnahme ausfällt.

Neben dem allgemeinen Gesundheitszustand sowie den intellektuellen Voraussetzungen ist gerade bei komplizierten implantologischen Eingriffen auch die psychische Verfassung zu berücksichtigen. Die erforderliche manuelle Geschicklichkeit und Beweglichkeit der Finger sollte im Vorfeld mit dem Patienten geklärt und erläutert sein und kann anhand von Modellen vorgeführt werden, um gerade die Handhabung bei kompliziertem herausnehmbarem Zahnersatz zu gewährleisten. Bei psychischer Instabilität sollte keine implantologische Maßnahme begonnen, sondern diese auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Der maßgebliche Erfolg der Therapie wird somit auch über das ausführliche und umfangreiche Gespräch im Vorfeld der implantologischen Maßnahme zwischen dem Patienten und seinem Zahnarzt entschieden.

Wie sollte Ihr Gesundheitszustand vor dem Eingriff sein?

Ein guter allgemeiner Gesundheitszustand ist Grundvoraussetzung für eine implantologische Therapie. Dem psychischen Allgemeinzustand, dem Kreislauf und der Atmung wird besondere Bedeutung beigemessen.

Ob eine Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Medikamenten besteht, ist hinsichtlich der psychischen Verfassung abzuklären. Auch ob Neurosen, Psychosen, Depressionen oder andere Persönlichkeitsstörungen vorliegen, die gegebenenfalls medikamentös behandelt werden, muss abgeklärt werden.

Im Vorfeld sollte außerdem erörtert werden, ob Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck bestehen, der Patient einen Schlaganfall oder Herzinfarkt in der Vergangenheit erlitten hat, da ein stabiler Kreislauf während des operativen Eingriffs gewährleistet sein muss.

Angaben zur Atemvolumenkapazität oder eventuell vorliegendem Reizhusten, starker Schleimsekretion oder chronischem Husten müssen eingeholt werden, um Probleme mit der Atmung des Patienten während der Operation auszuschließen. Die Verlegung eines bestehenden Operationstermins ist erforderlich, sollte der Patient an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt sein.

Maßgeblich für den Erfolg einer implantologischen Therapie ist auch die allgemeine Persönlichkeitsstruktur. Im persönlichen Gespräch holt sich der Zahnarzt auch Informationen zum Lebenswandel des Patienten. Diese beinhalten, ob der Patient raucht, wie er sich ernährt und welches Verhältnis er allgemein zu seinem Körper hat. Auch die erforderliche Geduld, Einsicht und Willenskraft, um sich an die zahnärztlichen Anweisungen zu halten und die notwendige regelmäßige Mundpflege konsequent durchzuführen, sollte im Vorfeld sichergestellt sein. Zu einer Beeinträchtigung des Langzeiterfolges der Therapie führt zum Beispiel das Rauchen von mehr als 20 Zigaretten pro Tag, da dies zu einer ständigen Minderdurchblutung des Gewebes führt.

Was muss für eine Implantation vorbereitet werden?

Die Terminierung der Operation kann, nachdem Sie sich nach ausführlicher Beratung über die geplante implantologische Maßnahme informiert und Aufklärung über die anfallenden Kosten anhand eines detaillierten Kostenvoranschlages erhalten haben, erfolgen. Auch sollten alle Untersuchungen und Vorbehandlungen abgeschlossen sein.

Alle benötigten Kiefermodelle, Röntgenbilder, Schleimhautdickenmessungen und sonstigen diagnostischen Unterlagen müssen in unserer Berliner Praxis vorliegen. Eventuell erforderliche knochenaufbauende Maßnahmen und auch die Überprüfung des Knochenangebotes im zahnlosen Kiefer müssen abgeschlossen sein.

Eine Vollnarkose unter Hinzuziehung eines Anästhesisten oder sogar eine stationäre Aufnahme kann bei umfangreichen oder komplizierten Eingriffen nötig sein. In der Regel erfolgt aber die chirurgische Operation bei lokaler Betäubung des Implantationsbereiches ambulant in unserer Praxis.

Sollten Sie sich zu den ängstlichen und dementsprechend angespannten Patienten zählen, empfiehlt sich die Einnahme von leichten Beruhigungsmitteln. Dadurch werden Sie ruhiger und entspannter, was auch Herrn Dr. Gericke die Arbeit erleichtert. Auch werden Sie sich meist nicht an die Einzelheiten der Operation erinnern, was sich ebenfalls positiv auf Ihre Kooperation bei späteren Eingriffen auswirkt. Zur oralen sedierenden Prämedikation vor einer Anästhesie werden heute fast ausschließlich Benzodiazepine verwendet.

In extremen Fällen kann ein Beruhigungsmittel auch intramuskulär injiziert werden, um durch die entsprechende Dosis die Tiefe der Entspannung und den genauen Eintritt der Wirkung des Medikaments festlegen zu können. Sie bleiben hierbei zwar wach und ansprechbar, sind aber so gelöst und entspannt, dass auch ein längerer Eingriff durchgeführt werden kann. Gleichzeitig überwacht ein Elektrokardiogramm, kurz EKG, permanent die Herzfrequenz.

Eine weitere Kontrolle Ihrer Herz-Kreislauf-Funktion und der Atmung ermöglicht die Pulsoxymetrie anhand einer Messkappe auf Ihrem Zeigefinger. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren zur Ermittlung der arteriellen Sauerstoffsättigung über die Messung der Lichtabsorption beim Durchleuchten der Haut.

Anamnese – Ihre Krankengeschichte?

dr_gericke_berlin_implatate_fachbuchfExhUpCrJg2rNuj8Eine ausführliche und umfangreiche Erhebung der Krankengeschichte des Patienten, die sogenannte Anamnese, ist eine der Grundvoraussetzungen für eine implantologische Therapie. Dieser Anamnese liegen zum einen das Gespräch zwischen Patienten und Zahnarzt und zum anderen die mit Hilfe eines Fragebogens ermittelten Informationen zugrunde.

Um eventuellen Komplikationen vorzubeugen, ist hierbei insbesondere zu berücksichtigen, ob Allergien auf bestimmte Antibiotika, Metalle oder Nahrungsmittel vorliegen und Unverträglichkeits- oder allergische Reaktionen aus der Vergangenheit bekannt sind. Außerdem muss der Zahnarzt wissen, welche Medikamente regelmäßig eingenommen werden, um mögliche Wechselwirkungen mit Lokalanästhetika auszuschließen.

Wie in allen medizinischen Bereichen unterscheidet man auch in der Implantologie zwischen allgemeinen und lokalen Voraussetzungen. Die Auswertung der gesundheitlichen, psychischen und sozialen Bedingungen gibt Aufschluss darüber, ob und in welchem Umfang ein Eingriff darstellbar ist. Da generell nur am gesunden Patienten eine Implantation vorgenommen werden sollte, müssen eventuell bestehende Grunderkrankungen, insbesondere im Zusammenhang mit Herz, Kreislauf oder Stoffwechsel, ausgeheilt sein.

Besonders ältere Patienten und Patienten mit instabilem Gesundheitszustand sollten sich im Vorfeld einer hausärztlichen oder internistischen Untersuchung unterziehen, um Komplikationen durch Unverträglichkeiten oder Störungen der Blutgerinnung auszuschließen. Das Blutbild sowie die übrigen labormedizinischen Werte sollten grundsätzlich im Normbereich liegen.

Während man früher Diabetikern aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr von einer implantologischen Versorgung abgeraten hat, steht dieser Therapieform heute nichts mehr im Wege. Der Patient sollte allerdings optimal eingestellt sein und regelmäßige Kontrolltermine nach der Implantation wahrnehmen.

Planung

Die exakte und umfangreiche Planung der chirurgischen Maßnahme sowie der anschließenden prothetischen Versorgungsphase ist die Voraussetzung für einen implantatprothetischen Eingriff durch unser Team. Negative Folgen bei der späteren prothetischen Versorgung, die gegebenenfalls nicht mehr korrigiert werden können, entstehen durch Fehler oder wenn relevante Gesichtspunkte in dieser Planungsphase unberücksichtigt bleiben.

Implantationen und Zahnersatz sollten sorgfältig geplant werden, um einen größtmöglichen Erfolg hinsichtlich der Haltbarkeit, Sicherheit und Gebrauchsfähigkeit sowie der Ästhetik des implantatgetragenen Zahnersatzes zu gewährleisten. Diverse klinische Untersuchungen sowie Röntgen- und Modellanalysen sind hierzu erforderlich. Spezialaufnahmen oder Computertomographien können in komplizierten Fällen auch angefordert werden. Eine optimale dreidimensionale Darstellung des Kiefers bei gleichzeitiger Reduzierung der Strahlenbelastung wird mit dem digitalen Volumentomograph in Kombination mit moderner Navigationstechnik erzielt. Unser Team kann auf diesem Weg Implantate und die in diesem Zusammenhang erforderlichen chirurgischen Maßnahmen im Vorfeld präzise und detailliert planen und vorbereiten.

Unter Berücksichtigung der Gebrauchsfähigkeit des geplanten Zahnersatzes, der biomechanischen Funktion und Statik der Prothetik erfolgt die gewissenhafte Planung. Weiterhin beinhaltet diese die Sicherheit, Funktionalität und die Ästhetik der Implantate und des Zahnersatzes. Damit eine langfristige Erfolgsprognose der implantologischen Behandlung erstellt werden kann, wird der Anatomie und röntgenologischen Bewertung des vorhandenen Knochens sowie der Analyse pathologischer Veränderungen besondere Beachtung beigemessen.

Wir empfehlen unseren Patienten, sich bei diesen schwierigen bzw. umfangreichen Maßnahmen, insbesondere in Verbindung mit einem geplanten Knochenaufbau, einer allgemeinärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Sollte es Hinweise auf Erkrankungen im allgemeinmedizinischen Bereich geben, ist diese in jedem Fall notwendig.

Wie läuft die Implantation ab?

Um letztendlich das Implantat in die entsprechend vorbereitete Knochenhöhle im Kiefer eindrehen zu können, erfolgt der Ablauf einer Implantation in verschiedenen Schritten.

Die Implantationsoperation wird in den meisten Fällen bei örtlicher Anästhesie in unserer Praxis durchgeführt und verläuft in der Regel schmerzfrei. An der geplanten Stelle wird die Schleimhaut zur Seite gelegt und das Implantatbett stufenweise nach individuell festgelegter Länge und Durchmesser aufbereitet. Zur Vermeidung einer Überhitzung des Knochens wird die Präparation mit geringer Drehzahl des rotierenden Instrumentes und permanenter Kühlung mit physiologischer Kochsalzlösung ausgeführt. Nach dem Einbringen des Implantats wird die Schleimhaut wieder vernäht. Bei guter Nachsorge mit kühlen Umschlägen und ggf. Medikamenten lassen sich Komplikationen und Schwellungen weitgehend verhindern.

dr_gericke_berlin_implatate_fachbuchsT4TBzvU2b2bAFGpNormalerweise ist die Wundheilung nach 10 Tagen abgeschlossen und          vorhandene Nähte können in unserer Berliner Praxis entfernt werden. Eine unbelastete Einheilphase, abhängig von der Knochenqualität, schließt sich an. Diese beträgt durchschnittlich 2-3 Monate im Unterkiefer und 5-6 Monate im Oberkiefer, da die Knochendichte von Unter- und Oberkiefer unterschiedlich ist.

Da das Implantat in der Regel nach dem Einsetzen in den Knochen nicht sichtbar ist, kann es unter der vernähten Schleimhaut geschlossen einheilen. Dadurch wird das sofortige Einsetzen einer provisorischen herausnehmbaren Prothese ermöglicht, was eine postoperative Schwellung vermindert oder ganz verhindert. Diese Interimsprothese sollte jedoch keinen Druck auf die über dem Implantatpfosten befindliche Schleimhaut ausüben, da hierdurch der Einheilungsprozess gestört werden könnte.

Es empfiehlt sich gerade bei dickerer Schleimhaut, eine vorher erstellte Folie schon während der Operation zur Verfügung zu haben, anhand derer durch eine Sonde die Implantations-stelle markiert werden kann. Diese Schablone kann beim Freilegen der Implantate benutzt werden, um diese zu lokalisieren und mit einem minimalen chirurgischen Aufwand freizulegen.

Bei einem mehrteiligen Implantat wird nach der Einheilphase das Gewinde des Implantatkörpers wieder freigelegt, die Implantathals und -kopfteile eingeschraubt und die Suprakonstruktion gefertigt und eingegliedert. Auf einem einteiligen Implantat kann nach der Einheilphase die Suprakonstruktion unmittelbar eingegliedert werden.

Unterschiedliche Implantationsmethoden

Bei örtlicher Betäubung und daher schmerzfrei erfolgt die zahnärztliche Implantation. Das sogenannte Implantatbett wird stufenweise und individuell aufbereitet, nachdem die Schleimhaut an der betroffenen Stelle zur Seite gelegt wurde. Nach dem Einsetzen des Implantats wird das Zahnfleisch wieder vernäht.

Normalerweise ist nach zehn Tagen die Wundheilung, die bei guter Nachsorge ohne Komplikationen verläuft, abgeschlossen. Da die Knochendichte von Unter- und Oberkiefer unterschiedlich ist, beträgt die anschließende Einheilphase im Unterkiefer durchschnittlich 2 bis 3 Monate und im Oberkiefer circa 5 bis 6 Monate. Ein provisorischer Zahnersatz ist während dieser Einheilzeit erforderlich. Eine vorzeitige Belastung des Implantats ist, abhängig von der Knochenqualität und dem geplanten Zahnersatz, allerdings durchaus möglich.

Bei einem mehrteiligen Implantat wird nach der Einheilphase das Gewinde des Implantatkörpers wieder freigelegt. Dann wird nach Einschrauben des Implantathals- und Kopfteiles die Suprakonstruktion eingegliedert.

Welche möglichen Risiken oder Komplikationen gibt es?

Jede Operation birgt ein gewisses Risiko, was auch in unserer Praxis leider nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Es kann trotz sorgfältiger Planung und Diagnostik während der Operation zu Komplikationen kommen. Die Ursachen hierfür können verschieden sein. Folgende Komplikationen können auftreten:

Blutungen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff so können auch bei Implantatoperationen Blutungen aus verletzten Gefäßen oder den Weichteilen auftreten. Diese lassen sich jedoch leicht vernähen oder abbinden.

Beim Aufbereiten des Implantatbettes oder beim Abtragen spitz zulaufender Kieferkämme können auch Blutungen aus dem Knochen entstehen, die sich beim Einsetzen des Implantats jedoch problemlos stillen lassen. Mit einem speziellen Knochenwachs können Blutungen außerhalb des Implantatbettes abgedeckt oder aus dem Knochen verbolzt werden.

Normalerweise lassen sich Blutungen leicht stillen, sofern keine wichtige anatomische Struktur, wie zum Beispiel eine Arterie verletzt wurde.

Ist der Kieferknochen stark unter sich gehend und wurde dies in der Implantat-Achsenstellung nicht berücksichtigt, kann es hier vor allem dann zu einer Verletzung durch den Implantatbohrer kommen.

Eine Verletzung der sogenannten Arteria lingualis, einer Arterie auf der Unterkieferinnenseite bildet hier einen besonderen Risikofaktor. Wir versuchen zwar durch die präzise Darstellung der inneren Knochenseite des Kiefervorsatzes das Risiko zu minimieren, sollte jedoch trotzdem eine Perforation des Knochens eintreten, muss das verletzte Gefäß sofort abgebunden werden. Im Extremfall kann eine arterielle Blutung den Mundboden derart anheben, dass der Zungengrund nach hinten gedrückt wird und dadurch die Atemwege verlegt werden. Zunächst muss dann die Atmung gewährleistet sein, anschließend stillen wir die arterielle Blutung.

Sehr gering ist dagegen die Gefahr einer Gefäßverletzung aus einer Arterie im Oberkiefer. Eine Verletzung der sogenannten Arteria palatina, der zwischen Kieferkammmitte und Gaumenmitte befindlichen Gaumenarterie ist nur beim Abpräparieren der Gaumenschleimhaut möglich. Aber auch in diesem seltenen Fall ist unser qualifiziertes Fachpersonal in der Lage eine Gefäßunterbindung problemlos darzustellen.

Da bei Blutergüssen die Gefahr einer bakteriellen Infektion und somit eine mögliche Abszessbildung besteht, die eine Nachbehandlung mit Antibiotika erforderlich machen würde, wird die Blutergussbildung durch eine Verbandsplatte verhindert.

Ebenfalls zu Blutungen während des Eingriffs können blutgerinnungshemmende Medikamente, wie zum Beispiel Marcumar verursachen. Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten stellt zwar keine absolute Kontraindikation dar, Sie sollten jedoch trotzdem im Vorfeld der Implantation dies mit Ihrem behandelnden Internisten abklären.

Sollten Sie zu den Patienten mit erhöhtem Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko gehören und Acetylsalicylsäure, kurz ASS einnehmen, gilt für Sie das Gleiche. Denn durch die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung des Medikaments weisen diese Patienten eine verstärkte Blutungsneigung auf.

Eröffnung der Nasen- und Kieferhöhlen

Oft ist nur wenig Knochen für Implantationen vorhanden, denn in vielen Fällen nimmt die Kieferhöhle den Raum der Wurzeln extrahierter Zähne ein. Das verhindert meist den Einsatz der angestrebten Implantatlänge von mindestens 10 Millimetern. Dieses Phänomen nennt man auch Pneumatisation.

Spezielle Operationsverfahren, wie der interne oder laterale Sinuslift werden erforderlich, um ein Implantat von ausreichender Länge, d.h. mindestens die Länge der späteren Zahnkrone einzusetzen. Indem die Schleimhaut vom Knochen abgehoben und der Zwischenraum mit Knochen oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt wird, kann der Kieferhöhlenboden operativ angehoben werden.

Sollte bei Ihnen eine Anhebung des Kieferhöhlenbodens durch den Sinuslift vor der Implantation im Oberkieferseitenzahngebiet geplant sein und der Gesundheitszustand Ihrer Nasennebenhöhlen unklar sein, ist der Gang zum Hals-Nasen-Ohrenarzt auf jeden Fall erforderlich. Eine Nasennebenhöhlenaufnahme oder eine Untersuchung der Kieferhöhle sollte vom Facharzt Ihres Vertrauens erfolgen.

Bei einer gesunden Kieferhöhle stülpt sich die entzündungsfreie Kieferhöhlenschleimhaut über das Implantat und verwächst. Meist kann das Implantat, das nur 1 bis 2 Millimeter in die Kieferhöhle hineinragt, infektionsfrei einheilen. Gerade der Einsatz schraubenförmiger Implantate im Seitenzahngebiet empfiehlt sich im Gegensatz zu Zylinderimplantate, da diese nicht vertikal abgleiten können.

Da im Bereich des Nasenbodens normalerweise ausreichendes Knochenmaterial vorhanden ist, dieser auch eine kräftige Struktur aufweist, ist die Notwendigkeit eines Durchbohrens des Nasenbodens bei der Aufbereitung des Implantatbettes sehr unwahrscheinlich.

Fehlende Primärstabilität

Die sofortige Stabilität des Implantats nach dem Einsetzen, die sogenannte Primärstabilität ist die Grundvoraussetzung für das Verwachsen des Implantats mit dem umgebenden Knochen. Das Implantat kann in den Knochen und dieser an der Implantatoberfläche einwachsen, ohne dass es zu einer Abkapselung im Bindegewebe kommt, wenn diese Primärstabilität gewährleistet ist.

Sollte jedoch bei Ihnen die Primärstabilität unzureichend sein, welche aus einer ungünstigen Knochenqualität, einer schlechten Zentrierung des Implantats, einer zu hohen Bohrerdrehzahl oder einer Überhitzung beim Bohren in den Knochen hervorgehen kann, wird der Knochen in unserer Berliner Praxis nachpräpariert und gegebenenfalls ein dickeres oder längeres Implantat eingesetzt.

Wenn das Implantat nach dem Einsetzen in den Knochen beweglich ist, sollte es in der Regel entfernt werden. Eine Einheilung ist in diesem Fall sehr unwahrscheinlich.

Kieferfrakturen

Durch das Einsetzen von Implantaten kann es in Ausnahmefällen im Bereich eines stark geschrumpften Unterkiefers zu spontanen Unterkieferfrakturen kommen.

Besonders bei durch den gesamten Unterkiefer laufenden Implantaten aufgrund der steigenden Belastung, ist eine Kieferfraktur sogar während und nach der Einheilphase möglich. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings äußerst gering.

Mit einer Überbrückung der Bruchspalte mit Hilfe von Metallplatten und Bohrschrauben, der sogenannten Plattenosteosynthese, müssten wir in diesem äußerst seltenen Fall das Implantat entfernen und den gebrochenen Unterkiefer versorgen. Eine zweite Implantation mit entsprechend kleineren Implantaten wäre dann nach ca. 9 bis 12 Monaten darstellbar.

Knochendurchbohrungen

Den freiliegenden Implantatbereich können wir in unserer Berliner Praxis mit einer Membran oder Knochen bzw. Knochenersatzmaterial abdecken und eventuell ein kürzeres Implantat einsetzen, sollte der Knochen an der Außenseite des Kieferkammes perforiert werden.

Eine umgehende Entfernung des Implantats wird jedoch erforderlich, wenn der Kieferkamm nach innen perforiert wird. Wie auch in o.g. Fall kann bei einer kontrollierbaren Blutung ein entsprechend kürzerer Implantatkörper verwendet werden.

Nervverletzungen

Vorwiegend im Bereich des Unterkiefers liegt die Gefahr von Nervverletzungen. Im Unterkieferknochen bildet der sogenannte Alveolarkanal ein besonderes Risiko, da neben dem Nerv sowohl Arterien als auch Venen verlaufen.

Ein Sicherheitsabstand von mindestens 1 bis 2 Millimetern zum Alveolarkanal muss eingehalten werden, um hier einer Gefäß- oder Nervschädigung mit entsprechend starker Blutung vorzubeugen. Zusätzlich kontrollieren wir dies anhand von Zwischenröntgenaufnahmen. Im Rahmen der Röntgendiagnostik erstellen wir bereits im Vorfeld der Operation eine präzise Analyse des über dem Alveolarkanal befindlichen Knochenangebotes und wenden außerdem eine Bohrschablone als weitere Vorsichtsmaßnahme an.

Ein bereits in den Nervkanal eingesetztes Implantat muss in jedem Fall umgehend wieder entfernt werden, sollte es zu einer unvorhergesehenen Kanalöffnung kommen. Die Implantation wird dann abgebrochen oder es wird ein kürzeres Implantat eingesetzt, das nicht mit dem Nervkanal in Berührung kommen kann.

Wir überweisen Sie umgehend, im Fall einer eingetretenen Nervschädigung an eine Klinik mit kieferchirurgischer Spezialabteilung. Dort wird bei Ihnen dann eine mikrochirurgische Nervennaht oder eine primäre Nervrekonstruktion vorgenommen.

Eine Knochenöffnung auf der Außenseite des horizontalen Astes des Unterkiefers im Bereich der kleinen Backenzähne, in dem der Unterkiefernerv aus dem Knochen in die Weichteile tritt, ist das sogenannte Foramen mentale. Auch bei diesem Nerv halten wir einen Sicherheitsabstand von mindestens 2 Millimetern ein, da sich der Verlauf des Nervs nicht eindeutig beurteilen lässt.

Hinter dem Foramen mentale ist beim zahnlosen Kiefer im hinteren Bereich meist nur ein unzureichendes Knochenangebot vorhanden. Um einer Strukturschädigung vorzubeugen, versuchen wir diese Nervaustrittsstelle im Vorfeld präzise festzulegen. umgehende Entfernung des Implantats wird jedoch erforderlich, wenn der Kieferkamm nach innen perforiert wird. Wie auch in o.g. Fall kann bei einer kontrollierbaren Blutung ein entsprechend kürzerer Implantatkörper verwendet werden.

Verletzung von Nachbarzähnen im teilbezahnten Kiefer

Eine präzise röntgenologische Bestimmung des Knochenangebotes zwischen den Nachbarzähnen sowie röntgenologische Zwischenaufnahmen zur exakten Positionierung des Implantats, empfehlen sich zur exakten Positionierung des Implantats. Zur Orientierung sind auch das Anzeichen der Längsachsen der Nachbarzahnkronen und das Einsetzen einer Implantatschablone hilfreich.

Diese Maßnahmen ergreifen wir um langfristig dem Verlust der Nachbarzähne entgegenzuwirken, da aufgrund der engen anatomischen Lagebeziehung zu den Nachbarzahnwurzeln, gerade bei der Versorgung einzelner Zahnlücken eine Schädigung dieser Wurzeln möglich ist.

Eine Wurzelkanalbehandlung wird erforderlich bei einer mit Schmerzen verbundenen Schädigung der Nachbarzähne. Gegebenenfalls müssen wir eine Wurzelspitzenresektion vornehmen. Bei diesem Verfahren wird die Wurzelspitze entfernt, um den betroffenen Zahn zu erhalten.

Foramen mentale ist beim zahnlosen Kiefer im hinteren Bereich meist nur ein unzureichendes Knochenangebot vorhanden. Um einer Strukturschädigung vorzubeugen, versuchen wir diese Nervaustrittsstelle im Vorfeld präzise festzulegen. umgehende Entfernung des Implantats wird jedoch erforderlich, wenn der Kieferkamm nach innen perforiert wird. Wie auch in o.g. Fall kann bei einer kontrollierbaren Blutung ein entsprechend kürzerer Implantatkörper verwendet werden.

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